Es ist gerade 8:10, alle anderen schlafen noch und ich sitze alleine auf der Terrasse und genieße den Ausblick. Ich will nicht zu sehr über die Vergangenheit nachdenken, sondern das genießen, was ich jetzt in diesem Moment erlebe. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich mich noch nicht wirklich von den letzten Jahren in Graz verabschiedet habe. Irgendetwas fehlt mir da noch, und das versuche ich jetzt irgendwie in Worte zu fassen.

Es ist schwer, alles was ich in den letzten 4 Jahren in Graz erlebt habe, einfach so niederzuschreiben. Begonnen hat meine Zeit in dieser Stadt ganz gut. Mit einer meiner besten Freundinnen in eine neue Wohnung ziehen, meine alten KlassenkollegInnen wiedersehen, ein bisschen studieren, fortgehen und einfach mal sehen, wie es sich so fern von zu Hause lebt.
Nach und nach habe ich aber realisiert, dass sehr viel Neues auf mich zukam, ich mich immer wieder in unbekannten, herausfordernden Situationen wiederfand und doch nicht so ganz dafür bereit war. Ich wollte SO viel, doch irgendetwas hinderte mich daran.
Darauf folgte dann ein, so komisch es auch klingt, sehr dunkles Loch. So sehr ich mich auch bemühte, konnte ich nicht aus mir rausgehen, ich konnte nicht ich selbst sein. Alles was ich zu dieser Zeit geschafft habe, war, mich Tag für Tag selbst runterzumachen und in meinem Zimmer zu verkriechen. Es kam zu einem Punkt, an dem ich das Haus nur verlassen konnte, um Lebensmittel einzukaufen. 2 Wochen dauerte das an bis ich endlich den Entschluss traf, um Hilfe zu bitten.
Es ist für mich sehr schwierig über diese Zeit zu schreiben, da es zum einen sehr persönlich ist und ich zum anderen das Bedürfnis habe, mich sehr weit von dieser Zeit und der Person, die ich da war, zu distanzieren. Aber ich weiß, dass diese Zeit genauso zu mir gehört wie die Zeit, die darauffolgte.
Es dauerte noch mehrere Monate, bis ich diese Phase überwunden hatte und auch heute, 3 Jahre danach, finde ich mich immer noch in Situationen wieder, in denen ich mich am liebsten verkriechen möchte. Dieser Teil gehört einfach zu mir und erinnert mich immer wieder daran, wie sehr ich kämpfen musste, wie weit ich es seit dem geschafft habe, wie sehr ich gewachsen bin aber trotzdem auch heute noch immer daran arbeiten muss, mich so zu akzeptieren wie ich bin.

Nach und nach fühlte ich mich wohler, ging auch wieder auf die Uni, hatte sogar Spaß daran und lernte neue Leute kennen, suchte mir einen Nebenjob und konnte in einem neuen Freundeskreis Anschluss finden. Ich spürte mehr und mehr, wie ich aus mir rauskam, wirklich ich selbst sein konnte und auch das Bedürfnis nach MEHR wurde immer stärker.
Nachdem ich I AM THAT GIRL gelesen hatte, konnte ich den Gedanken nicht loswerden, irgendetwas Neues zu gründen, ein Teil von etwas Besonderem sein zu wollen und einfach mehr machen zu wollen als auf die Uni zu gehen und zu arbeiten, denn das hat mich einfach nicht voll und ganz erfüllt. Zudem wollte ich mit anderen über die Themen reden, die mich beschäftigen, wollte anderen zeigen, dass jeder ab und an mit sich selbst zu kämpfen hat und dass wir so viel mehr schaffen, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und uns einander zeigen, dass wir nicht alleine sind. Das letzte Jahr war das schönste, aufregendste, anstrengendste, turbulenteste Jahr, das mich so sehr erfüllt hat, wie noch nie zuvor. Ich bin so dankbar für alles, was ich in dieser tollen Stadt erlebt habe und würde absolut gar nichts anders machen, wenn ich die Möglichkeit hätte.

 

 

THOSE WERE THE DAYS THAT BIND US FOREVER TOGETHER

Ich bin dankbar für die Zeit, in der ich mich erst finden und akzeptieren musste. Ich bin dankbar, dass mir diese Stadt die Möglichkeit gab zu wachsen und mich zu dieser Person zu entwickeln, die ich heute bin.
Ich bin dankbar für die schweren Zeiten, die ich allein bewältigen musste, denn nur so lernte ich, wie stark ich bin und dass ich alles schaffen kann, wenn ich nur will.
Ich bin dankbar für die Freunde, die ich in dieser Zeit dazugewonnen habe und die mir so viel mehr gegeben haben, als sie sich nur vorstellen können.
Ich bin dankbar für all die Chancen und Möglichkeiten, die mir geboten wurden, um mich selbst zu entfalten.
Ich bin dankbar für das letzte Jahr, das wir so viel Kraft gegeben hat mir gleichzeitig gezeigt hat, zu was ich alles fähig bin und wie sehr ich es liebe, Neues zu lernen und herausgefordert zu werden.
Ich bin dankbar für die neuen Menschen, die dadurch in mein Leben getreten sind und die mir so viel Neues gezeigt, so viel beigebracht und mir mein Leben so sehr erhellt haben.
Ich bin traurig, mich von all dem verabschieden zu müssen aber gleichzeitig unheimlich dankbar, stolz und froh, diese Erfahrungen erlebt zu haben.
Manchmal spürt man einfach, wenn es Zeit ist, zu gehen. Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung ist, all das hinter mir zu lassen und ein neues Kapitel zu beginnen. Das heißt aber nicht, dass ich nicht manchmal mit einem weinenden Auge zurückblicken darf.

A HEART THAT’S BROKE IS A HEART THAT’S BEEN LOVED

I remember, it was only two weeks ago, how it all came to an end. Now, it feels like a lifetime ago. Two weeks ago I was still at home, saying too many goodbyes, hugging, crying, feeling everything all at once. I was overwhelmed with feelings, trying not to cry every single day. Not just because I was sad to leave but also, because I was so happy and thankful and I just tried to enjoy every single moment. I thought about all the people I met, how much they’ve changed me and guided me to become the person I am today. I had the best goodbyes, the most fulfilling last few weeks. I spent my last few weeks with all the people that have made my last four years in this city the best experience it could’ve ever been.

This is how I say thank you.
Thank you for all of it.
Thank you for letting me grow.
Thank you for the difficult times, the dark times, the ones that put me down so I can find my strength and get back up again.
Thank you for being by my side in those times, I couldn’t get back up on my own.
Thank you for accepting me just the way I am.
Thank you for making me laugh in those times I needed it the most.
Thank you for showing me so many different sides of myself.
Thank you for bringing out the best of me in times I could only see my weaknesses.
Thank you for being louder than the doubts in my head.
Thank you for believing in myself and the ideas I’ve had in my head for so long but was too scared to show them to anyone.
Thank you for your guidance.
Thank you for letting me share every thought that was in my head, the weird ones, the crazy ideas, the deep, the shallow, the everyday madness that is my mind.
Thank you for being weird with me.
Thank you for your love. Thank you for letting me in.
Thank you for letting me see your strength that showed me that people can get back up no matter what.
Thank you for the times I felt so comfortable around you, that I could just be myself, my true self.
Thank you for making those hard times, those long days, those exhausting hours, so much more bearable and actually my favorite times of the week.

ONLY LOVE

Thank you for making me feel like there’s a place, I can always come back to.
Thank you for creating a second home for me that will always be there.

LIGHTS WILL GUIDE YOU HOME

How lucky am I that I’ve found something that makes saying goodbye to so hard.
I feel lucky.
Lucky, that I had the chance the grow on my own.
Lucky, that I’ve found a place that will always be a home for me, a place that knows me better than anyone else. That knows me better than I know myself.
Lucky, that I’ve met people that will always be with me, who guided me, accepted me and where there for me, no matter what.
Lucky.
Thank you.