Two nights in Bangkok

A few weeks ago, it hit me…

Ich habe einen Flug nach Bangkok gebucht. Ich. Alleine. Ich fliege alleine nach Bangkok. WHAT.

Ich wollte schon lange einmal alleine reisen. Man hört so oft, wie sehr es einen bereichert und wie viel man über sich selbst lernen kann, wie aufregend und schön es ist, einfach mal alleine zu reisen. Aber kurz davor war ich dann doch etwas aufgeregt.

Ich versuchte alles so gut wie möglich vorzubereiten, alle Fluginformationen parat zu haben, ja pünktlich den Wecker zu stellen, früh genug zum Flughafen zu fahren und so viel Schlaf wie möglich zu bekommen, bevor es dann endlich losging.

Das Gefühl ist unbeschreiblich. Ich war aufgeregt, aber im positiven Sinne. Ich freute mich so sehr. Ich, alleine. Diesmal habe ich niemanden, dem ich hinterherlaufen kann. Diesmal muss ich mit allem alleine klarkommen.

Ich flog von Wien über Köln nach Bangkok. Und wisst ihr was? Es hat einfach alles super geklappt. Ja, für manche ist das jetzt keine große Herausforderung, aber für mich wars das. In Bangkok angekommen suchte ich mir gleich ein Taxi und fuhr zu meiner Unterkunft, dem Urban Hostel in Bangrak, Bangkok. Auch wenn der Taxifahrer gefühlte 15 mal nach dem Weg fragen musste, kam ich dann irgendwann an und verstaute meine Sachen in dem 8 Bett dorm room, mit Klimaanlage (gefühlte 10°) und Balkon (mit Spiegel :D). Die Leute an der Rezeption waren super nett und auch der 1. Zimmerkollege, den ich kennengelernt habe, war sehr freundlich und gab mir gleich ein paar Tipps, was ich denn in diesem Viertel so alles machen kann. Und dann machte ich mich schon auf dem Weg und erkundete die Gegend.

 

Ich sah mir Rivercity an, was eigentlich nur ein sehr teures Einkaufszentrum neben dem Fluss (Chao Phraya) war und ging dann etwas Essen. Am Abend ging ich dann zu Fuß nach Chinatown, das ungefähr 15 Minuten von meinem Hostel entfernt war. Ich konnte mich sehr schnell für die ganzen bunten Lichter, die vielen unterschiedlichen Menschen und das gute Essen begeistern. An einem Essenstand war eine ungewöhnlich lange Schlange, also entschied ich mich dafür mal nachzusehen, was es denn da so gab. Zwei Mädels neben mir hatten den gleichen Gedanken und ganz schnell merkte ich, dass sie auch Deutsch sprachen. Wir kamen gleich ins Gespräch und stellten uns für das, was sich später erst herausstellte, etwas eigenartige Essen an.

Wenn man alleine reist, glauben viele Menschen, dass man nur alleine unterwegs ist, sich langweilt oder sich wünscht, es wäre noch jemand anderes dabei. Ich habe es so sehr genossen, einfach mal alleine abschalten zu können, meine Gegend alleine zu erkunden und einfach mal das zu machen, wonach mir war. Und wenn man ein offener Mensch ist und auch mal auf andere Menschen zu gehen kann, sollte man kein Problem damit haben, auch andere Touristen kennenzulernen, wenn man denn will. Und das tat ich auch.

Nachdem wir uns Pad Thai in einer Seitengasse bestellt haben (würde ich in Chinatown nicht empfehlen, das gibt’s überall in Bangkok) machten wir uns mit einem Tuk Tuk auf dem Weg zu einem Night Market, der ungefähr 10 Minuten von Chinatown entfernt war. Dort durchstöberten wir ein paar Stände, fanden an jeder Ecke Fidget-Spinner, fragten uns warum die gerade so im Trend sind und versuchten mit den Verkäufern (vergeblich) zu handeln. Der Rest der Nacht war ereignisreich, sehr eigenartig und teilweise verrückt. Im Rotlichtviertel trafen wir auf ein deutsches Pärchen und verbrachten den restlichen Abend gemeinsam. Sehr glücklich, müde und etwas verstört kam ich im Hostel an.

Der nächste Tag war irgendwie ein Durcheinander. Zuerst machte ich mich mit dem Bus auf dem Weg zum Grand Palace. Wer schon einmal in Bangkok mit dem Bus gefahren ist, weiß wie viele Nah-Tod-Erfahrungen dies beinhaltet. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen, denn es ist so viel billiger als ein Taxi oder Tuk Tuk und die TicketverkäuferInnen in den Bussen sind sehr freundlich und helfen einem immer, wenn man nicht genau weiß wo man aussteigen muss oder ob man überhaupt im richtigen Bus sitzt. Ich wollte mich mit den Mädels vom Vorabend beim Wat Pho treffen, doch nach 20 Minuten warten entschloss ich mich, mir diesen Tempel alleine anzusehen. Später erfuhr ich, dass ihr TukTuk-Fahrer Verspätung hatte. Mir machte dies aber gar nichts aus, denn wie gesagt liebe ich es, alleine unterwegs zu sein und einfach mal neue Dinge zu erkunden.

Zum Glück entschied ich mich danach wieder in mein Hostel zu fahren, denn da lernte ich ein Mädchen aus Deutschland kennen. Sie war auch alleine unterwegs und freute sich, genau wie ich, jemand neues kennenzulernen. Wir machten gleich Pläne für den Abend.

Mit dem Tuk Tuk machten wir uns auf den Weg zur Kao San Road. Da ich schon letztes Jahr ein paar Tage in Bangkok verbrachte, wusste ich, dass ich unbedingt wieder auf die Kao San Road MUSS.

Voll mit Touristen, Shops, Hostels, lauter Musik, Bars und kleinen Ständen ist die Kao San Road mein Lieblingsort in Bangkok. Wir verbrauchten den ganzen Abend dort, lernten neue Leute kennen, bestellten einen Bucket nach dem anderen und feierten bis 4 Uhr morgens. Danach fuhren wir ins Hostel, ich packte meine Sachen und machte mich gleich auf dem Weg zum Flughafen um meinen Flug nicht zu verpassen. Das war das 2. Mal in meinem Leben, dass ich volé (direkt vom Fortgehen) zum Flughafen gefahren bin und ich würde es, vor allem wenn man alleine ist, niemandem empfehlen 😀 Trotzdem war es das wert, denn ich hatte eine tolle letzte Nacht in Bangkok.

Das waren zwei Tage in Bangkok. Zwei Tage, die ruhig länger hätten sein können. Für mich war es vor allem etwas Besonderes, weil ich mir dies noch vor 1 , 2 Jahren nie zugetraut hätte. Und auch wenn ich teilweise etwas aufgeregt war, war es eine der schönsten Erfahrungen und ich bin froh dass ich mich selbst etwas ins kalte Wasser geschupft habe. Ich würde es JEDEM empfehlen, einfach mal alleine wohin zu reisen und zu sehen, was passiert.

As you travel solo, being totally responsible for yourself,

it’s inevitable that you will discover

just how capable you are

Es ist auch etwas Besonderes, einfach mal auf die eigene Stimme zu hören und eigene Entscheidungen zu treffen. Oft wird man, meist unterbewusst, so sehr von den Meinungen anderer beeinflusst, dass man gar nicht mehr weiß, was man eigentlich selbst will.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich mehr kann als ich glaube, dass es mir manchmal sehr gut tut, alleine zu sein und dass ich unbedingt noch ganz oft in meinem Leben alleine reisen will.